Aktiv handeln
Sich aktiv mit Belästigungen auseinanderzusetzen bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Schweigen ist keine neutrale Haltung, sondern bestärkt Diskriminierungsstrukturen und sexualisierendes Verhalten.
Trotz ihres Bildungsauftrags und ihres gesellschaftlichen Anspruchs auf Chancengleichheit sind Hochschulen und Universitäten nicht frei von diskriminierenden Strukturen und sexualisierter Belästigung und Gewalt. Laut der UniSAFE-Studie (2022), haben 62% der Befragten (Studierende und Mitarbeitende) mindestens eine Form geschlechtsspezifischen Gewalt an ihrer Hochschule erlebt. Am häufigsten wurde psychische Gewalt (57%) genannt und fast jede dritte Person berichtete von sexueller Belästigung. Besonders häufig betroffen waren zudem Menschen aus marginalisierten Gruppen, darunter LGBTQ+-Personen, Menschen mit Behinderungen oder chronischeen Erkrankungen sowie Angehörige ethnischer Minderheiten.
Eine Studie des DAAD (2025) zeigt ebenso, dass ein Fünftel der internationalen Studierenden diskriminierende Erfahrungen gemacht haben. Die Diskriminierung geht überwiegend von inländischen Studierenden aus und bezieht sich auf rassifizierte Merkmale.
Die TU Dortmund verfolgt das Ziel, Diskriminierung, Benachteiligung, Machtmissbrauch, Belästigung und sexualisierte Gewalt zu unterbinden und strebt ein faires, förderliches und motivierendes Arbeitsklima sowohl für die Beschäftigten als auch für die Studierenden an.
- Richtlinie zum Schutz vor Diskriminierung und vor sexualisierter Gewalt an der TU Dortmund
Als Hochschulmitglieder sind alle gefragt sich (pro)aktiv mit eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen und Verantwortung in diskriminierenden Situationen zu übernehmen. Schweigen ist keine neutrale Haltung, sondern normalisiert und bestärkt Diskriminierungsstrukturen und sexualisierendes Verhalten.
Die 5D-Methode zeigt fünf Möglichkeiten auf, um in Situationen von sexueller Belästigung sowie Diskriminierung aktiv zu handeln. Solche Situationen können zum Beispiel abwertende oder diskriminierende Kommentare in Lehrveranstaltungen, beleidigende oder bedrohliche Äußerungen auf dem Campus, übergriffige Nachrichten, unerwünschte körperliche Annäherungen auf Hochschulveranstaltungen oder sexualisierte Kommentare über das Aussehen einer Person sein.
Situation indirekt unterbrechen, z. B. durch Fragen oder kleine Ablenkungen.
Beispiel: Sich in einer Vorlesung neben die betroffene Person setzen und eine Frage zum Seminar stellen oder betroffene Person auf dem Campus nach Hilfe bei der Raumsuche bitten, um die Aufmerksamkeit zu verlagern.
Andere Personen um Unterstützung bitten.
Beispiel: Andere Umstehende ansprechen, an Mitarbeitende an der Pforte/Sicherheitsdienst, spezialisierte Beratungsstellen wie die SchuDS oder im Notfall an Polizei/Notruf 110 wenden. Siehe auch: Notrufnummern an der TU Dortmund
Vorfall festhalten, wenn andere bereits eingreifen.
Beispiel: Wenn bei einem Vorfall Personen bereits eingreifen, wichtige Hinweise (Wer, Was, Wann, Wo, Wie) in Form eines Gedächtnisprotokolls (siehe hier) notieren und betroffener Person zur Verfügung stellen.
Betroffene Person nach der Situation ansprechen und Unterstützung anbieten.
Beispiel: Betroffene Person nach der Situation ansprechen und nach ihrem Wohlbefinden fragen oder auch Begleitung zu Beratungsstellen anbieten.
Unangemessenes Verhalten (mit Blick auf die eigene Sicherheit) ansprechen.
Beispiel: Unangemessene Aussage z.B. mit „Dieses Wort ist rassistisch.“ direkt ansprechen, Vorfall an Vorgesetzte oder an eine Beratungsstelle wie die SchuDS herantragen.
Dieses Handlungsmodell bietet Orientierung für active Bystanding (aktives Eingreifen in Form von Zivilcourage) und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie Menschen in belästigenden und diskriminierenden Situationen unterstützend und solidarisch handeln können.

Campuskater Henry ist als Feelgood-Manager an der TU Dortmund bekannt. Er weiß genau, worauf es ankommt, damit sich alle auf diesem Campus sicher fühlen. Sei wie Henry auf seinen Rundgängen und folge den 5 Ds. Gemeinsam gegen Diskriminierung und sexualisierte Gewalt.
